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Vita

© Zsolnay Verlag/Margit Marnul

Ruth Klüger

Ruth Klüger wurde am 30. Oktober 1931 als Tochter eines jüdischen Frauenarztes in Wien geboren.

Ihr Vater und ihr Halbbruder fielen dem Holocaust zum Opfer. 1942 wurde Ruth Klüger im Alter von elf Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter ins Konzentrationslager deportiert, zuerst nach Theresienstadt. Anschließend war sie im Theresienstädter Familienlager des KZ Auschwitz-Birkenau und danach in Christianstadt, einem Außenlager des KZ Groß-Rosen, gefangen. 1945 gelang ihr die Flucht noch kurz vor dem Kriegsende. Diese Jugend beschreibt sie in ihrem 1992 erschienenen und viel beachteten Buch "weiter leben".

Nach dem Krieg lebte sie mit ihrer Mutter im bayrischen Straubing, wo sie auch das Abitur machen konnte. Dann begann sie ein Germanistik-Studium in Regensburg – einer ihrer Studienkollegen war Martin Walser, der in ihrer Autobiographie in der Figur des 'Christoph' porträtiert ist.

Ruth Klüger emigrierte 1947 in die USA, studierte in New York und Berkeley Germanistik, nachdem sie ein Studium der Anglistik und Amerikanistik abgeschlossen hatte.

1953 heiratete sie den Historiker Werner Angress; sie bekamen zwei Söhne.
Sie startete eine akademische Karriere: von 1962 bis 1994 war sie als Universitätslehrerin an verschiedenen US-Universitäten tätig. 1986 wurde sie Professorin für Germanistik an der University of California, Irvine (UCI); von 1988 bis 1990 war sie Leiterin des kalifornischen Studienzentrums in Göttingen (BRD), seit 1988 ist sie Gastprofessorin an der Georg-August-Universität Göttingen.

Von 1976 bis 1979 war Ruth Klüger aktives Mitglied der Modern Language Association Commission on the Status of Women in the Profession und wandte sich Mitte der 1970er Jahre verstärkt feministischen Themen zu. Von 1977 bis 1984 gab sie die Fachzeitschrift "German Quarterly" heraus.

2005 war Ruth Klüger Dozentin im Rahmen der Tübinger Poetik-Dozentur. Sie ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

Ruth Klüger hat ihre akademische Karriere beendet und lebt heute, wenn sie nicht gerade auf Reisen ist, in Südkalifornien, wo sie sich zu Hause fühlt.

Auszeichnungen

  • Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik, 1997
  • Thomas-Mann-Preis, 1999
  • Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch, 2001
  • Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck, 1999
  • Ehrendoktorat der Universität Göttingen, 2003
  • Preis der Stadt Wien für Publizistik, 2003
  • Roswitha-Preis der Stadt Gandersheim, 2006
  • Lessing-Preis des Freistaats Sachsen, 2007
  • Hermann Cohen Medaille für Jüdische Kulturphilosophie, 2010
  • Theodor Kramer Preis, 2011