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Ein Signal an die Freiheit und Toleranz

Ruth Klüger erhielt den “Paul Watzlawick-Ehrenring” der Ärztekammer für Wien

„In allen Zivilisationen haben Menschen einander Geschichten erzählt…“, sagt Ruth Klüger,  mehrfach ausgezeichnete Autorin, Kultur- und Literaturwissenschafterin und unermüdliche Mahnerin gegen das Vergessen, anlässlich der Überreichung des Paul Watzlawick-Ehrenrings 2015 der Ärztekammer für Wien am 12. Juni 2015 im Wiener Rathaus.

Ruth Klüger, Feministin der „ersten und anderen Stunde“ hat erkundet, wie Frauen lesen und schreiben, hat sich mit großen Literaten wie Heinrich Heine oder dem Verhältnis von Geschichte und Fiktion in der Literatur ebenso beschäftigt wie mit der narrativen Darstellung von Katastrophen.

Unter anderen hat sie die eigene Geschichte thematisiert. In ihren biografischen Romanen „weiter leben“ und „unterwegs verloren“ beschreibt sie Kindheitserinnerungen, Vertreibung und Verschleppung und Exil, in einer Sprache, die berührt.

Das konstatiert auch Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer für Wien, in seiner Laudation: „Durch Sie, Frau Klüger, habe ich lesen neu gelernt“.

Hubert Christian Ehalt, Begründer der Wiener Vorlesungen und Vorsitzender der Jury des Paul Watzlawick-Ehrenrings verweist auf die „Widerstandskraft dieser Autorin und die unwiderstehliche Art, gleichzeitig distanziert und ungemein sensibel zu schreiben. Das ist große Literatur.“

Der Paul Watzlawick-Ehrenring ist eine Hommage an den großen österreichischen Psychoanalytiker und Sprachwissenschafter Paul Watzlawick, der wie kaum ein anderer psychische und psychologische Phänomene – „wir können nicht nicht kommunizieren“ – populär, unterhaltend und dennoch nie oberflächlich vermitteln konnte.

Die Theorie der Synchronität als Voraussetzung für Verständnis ist auch Leitmotiv des Paul Watzlawick-Ehrenrings, den bislang Peter L. Berger, Aleida Assmann, Rüdiger Safranski, Friedrich Achleitner und Walter Thirring erhalten haben.

Der Paul Watzlawick-Ehrenring wird auch 2016 an ein eine Persönlichkeit, die in ihren Werken jene Toleranz und jenen Versuch Watzlawicks, den interdisziplinären Dialog zu führen, fortsetzt.