Watzlawick EhrenringArchiv

Der Ring - Möbius oder die sich selbst erfüllende Schleife

Der erste Paul Watzlawick-Ehrenring 2008 – Design by Paolo Pivas Meisterklasse für Industrial Design an der Universität für Angewandte Kunst in Wien

Peter L. Berger, in Wien geborener Soziologe und Theologe, ist erster Preisträger des von Studenten der Meisterklasse Paolo Piva entworfenen Paul Watzlawick-Ehrenringes. Die Wiener Ärztekammer ehrt mit dieser Auszeichnung den im März 2007 verstorbenen großen Wissenschafter und vergibt ab April 2008 jährlich den nach ihm benannten Paul Watzlawick-Ehrenring an Persönlichkeiten, die sich für den Diskurs zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen sowie der Humanisierung der Welt einsetzen und auch dementsprechende Publikationen veröffentlicht haben.

Der Präsident der Wiener Ärztekammer, Dr. Walter Dorner über die Bedeutung des Ringes: „Der Paul Watzlawick-Ehrenring ist Metapher für den Dialog zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen, aber auch zwischen Wissenschaft und Kunst. Jede Kommunikation sucht nach ihrer Form und ist damit Design. Zudem können wir auf diese Weise auch angewandtes Kultursponsoring betreiben. Durch Motivation und Einladung zur Umsetzung.“

Die Ärztekammer für Wien hat insgesamt 5.000 Euro für die Meisterklasse zur Verfügung gestellt, zusätzlich kommt sie für die Produktionskosten auf. „Das ist angewandte Kulturförderung, auch im Sinne von Paul Watzlawick und  Peter L. Berger, dem Träger des ersten Ringes.“

Aus 32 Entwürfen wählte eine Fachjury jenen Ring aus, der als 1.Paul Watzlawick-Ehrenring 2008 von Juwelier Schullin in 18 Karat Gelbgold hergestellt wurde.

Eva Blimlinger, Historikerin und Leiterin der Projektkoordination Kunst- & Forschungsförderung der Universität für Angewandte Kunst Wien, Roman Horak, Leiter der Abteilung Kunst- und Kultursoziologie am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Kunstpädagogik, Universität für Angewandte Kunst Wien und Paolo Piva, Professor an der Universität für Angewandte Kunst Wien seit 1991, Architekt und Designer, machten sich die Ermittlung des Siegerringes nicht einfach.

„Es ist schwierig“, so Paolo Piva, „aus einer Vielzahl von sehr guten Arbeiten, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Ansätze nur sehr schwer miteinander vergleichbar sind, einen Sieger zu ermitteln. Letzlich hat die Klarheit der Form zugunsten von Pia Kirchler und Irene Lechner entschieden.“

Der Siegerring ist in Form eines Möbiusbandes gestaltet – benannt nach dem deutschen Mathematiker und Astronom August Ferdinand Möbius (1790 bis 1868). Er leistete mit der Einführung der homogenen Koordinaten und des Dualitätsprinzips wertvolle Beiträge zur analytischen Geometrie und gilt als Pionier der Topologie.

Die Topologie untersucht die Eigenschaften geometrischer Körper, die durch Verformungen mit Homöomorphismen – also Dehnen, Stauchen, Verbiegen, Verzerren, Verdrillen eines Gegenstands, nicht verändert werden.

So wie das Möbiusband mit seiner zweidimensionale Struktur mit nur einer Kante und einer Fläche in sich gedreht und gewendet werden kann und letztlich immer wieder in sich selbst übergeht, geht auch bei Watzlawicks self-fulfilling prophecy am Ende das angenommene oder erwartete Ereignis immer wieder in die Wirklichkeit über.

Ähnlich auch die beiden Künstlerinnen Kirchler und Lechner über ihren Zugang zu Watzlawick: „So wie die Möbiusschleife in sich selbst übergeht, verschmelzen in der Kommunikation Innen- und Außenwelt.“

Pia Kirchler wurde am 11. Juni 1988 in Eisenstadt geboren. Sie besuchte die Theresianische  Akademie von 1998- 2006 und studiert Industrial Design unter Paolo Piva an der Universität für Angewandte Kunst Wien.

Ihr Interesse gilt vor allem der Musik, Filmen und Design. Erste Projekterfahrungen konnte sie mit der Gestaltung von Weihnachtsmarkt-Ständen für die Wiener Innenstadt sammeln.

Irene Lechner wurde am 23. Juli 1981 in Wiener Neustadt geboren.

Nach dem Abschluss des Clemens Maria Hofbauer Gymnasiums begann sie das Studium Genetik an der Universität Wien. Seit 2006 studiert sie Industrial Design unter Paolo Piva an der Universität für Angewandte Kunst Wien.

Erste Berufserfahrungen konnte Lechner bereits als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungslabor, sowie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der HNO Abteilung im Wiener Allgemeinen Krankenhaus sammeln.

Irene Lechner schwärmt für Kochen und gutes Essen, schmökert oft in Zeitschriften und Büchern und unternimmt gerne Städtereisen.

Ihr Interesse gilt der Musik, dem Genre Film, Mode und Design.

„Wir hielten von Beginn an nur eine Zusammenarbeit zwischen uns beiden für die einzig mögliche Variante, um unsere Vorstellungen zu realisieren“, so Irene Lechner. „Ich bin mir sicher, dass die Kommunikation zwischen Pia und mir  - und um Kommunikation geht es ja schließlich auch bei Paul Watzlawick – der entscheidende Erfolgsfaktor war“, resümiert Lechner mit einem Augenzwinkern.